Soli-Demo für den Danni: “Grüner” Kapitalismus heißt Bäume fällen für Konzerne!

Heute gab es in München eine Demonstration und Aktionen in Solidarität mit den Protesten im Dannenröder Forst. Dort halten Aktivist*innen seit über einem Jahr ein Waldstück besetzt, um die Rodung für eine Autobahn zu verhindern. Seit mehreren Tagen geht die hessische Polizei gewaltsam gegen die Klimaschützer*innen im Danni vor, zahlreiche Personen wurden festgenommen und Bäume gefällt. Und das alles, um eine neue Autobahn zu bauen, mitten in der Klimakrise! Profiteure davon sind zum Beispiel ein an der Autobahntrasse gelegenes Ferrero-Werk, der Straßenbaukonzern Strabag und die Autolobby. Natur zerstören für den Profit – für viele, die sich mit Umweltschutz aueinandersetzen, nichts neues.

Die Umgebung der Grünen-Zentrale wurde anscheinend schon in den letzten Tagen verschönert.

Ebenfalls nichts neues: die Grüne Partei ist in die unglaublichen Vorgänge verwickelt. Nicht nur legten sie den Autobahnausbau durch den Koalitionsvertrag mit der CDU in der hessischen Landesregierung fest, vor Kurzem erst stimmten sie geschlossen dagegen, die Räumung im Wald wegen hohem Corona-Infektionsrisiko zu auszusetzen.

Deshalb riefen wir heute zusammen mit Fridays for Future und Students for Future München zu einer Solidaritätsdemo auf, die zum Grünen Büro führen sollte. Ca 150 Menschen kamen auf dem Marienplatz unter verantwortungsbewussten Hygienemaßnahmen zusammen und liefen, nachdem eine Aktivistin von ihren persönlichen Erfahrungen im Dannenröder Forst berichtet hatte, Richtung Sendlinger Tor.

Dort besetzten einige kletternde Aktivist*innen symbolisch einen Baum gegenüber der Parteizentrale. Mit einem Banner “Aufbäumen gegen den Kapitalismus!”, rotem Rauch und Parolen zeigten sie sich kämpferisch und wurden lautstark von den Kundgebungsteilnehmer*innen am Boden unterstützt. In einer anliegenden Straße wurde ein großes Kreidebild gemalt und es gab Redebeiträge u.a. von uns zur Rolle der Grünen im kapitalistischen System, und von den Antikohlekids. Viele Passant*innen blieben interessiert stehen und solidarisierten sich.

Nachdem die Kletternden signalisiert hatten, sie würden den Baum verlassen, wenn die Polizei sich zurückzöge, gab der Einsatzleiter das Versprechen auf ungestörten Abzug, und die Einsatzkräfte fuhren tatsächlich davon. Sobald die Baumbesetzer*innen wieder am Boden waren, griffen jedoch Zivilpolizisten brutal ein, und versuchten einen Besetzer festzuhalten. Die restliche Kundgebung solidarisierte sich und schütze die Person vor dem Zugriff der Polizei, die nun “überraschend” wieder in Mannschaftsstärke anwesend war. So wurden nun ca. 15 Menschen in einem Kessel von der Polizei festgehalten, weil sie sich weigerten, die Person zu übergeben. Am Ende wurden dann alle Personen einzeln vom eigens herbeigerufenem USK abgeführt und ihnen eine Ordnungswidrigkeit wegen Verstoß gegen Corona-Auflagen angedroht. Absurd, denn jedem vor Ort war klar: erst der Polizeieinsatz zwang die Menschen dazu, dich gedrängt stundenlang in einem Kessel zu stehen.

Aber von solch sinnloser Repression lassen wir uns natürlich nicht abschrecken! Im Gegenteil: die Solidarität heute von allen Seiten hat unsere Entschlossenheit nur noch gestärkt und uns mit einem guten Gefühl nach Hause gehen lassen.

Wir werden weiterkämpfen – gegen die Rodung des Danni, gegen die klimazerstörerische Politik der Regierungen und gegen dieses System!

Hoch die internationale Solidarität!

“Grüner” Kapitalismus: Bäume fällen für Konzerne

Seit über einem Jahr wird der Dannenröder Forst von Aktivisti besetzt, um den Wald vor der Rodung für die A49 zu schützen. Seit Oktober diesen Jahres hat die Räumung und die Rodung in den umliegenden Wäldern begonnen und ist nun fast abgeschlossen. Seit Dienstag ist jetzt auch der Dannenröder Forst an der Reihe.

Es ist absurd, mitten in der Klimakrise eine Autobahn durch noch intakte Mischwälder und ein Trinkwasserschutzgebiet zu bauen. Wenn wir eine Zukunft haben möchten, brauchen wir gute Zugverbindungen und einen kostenlosen ÖPNV statt individuellem Autoverkehr. Das aber spielt für die Regierungsparteien in Hessen, die CDU und die Grünen, keine Rolle. Denn sobald Parteien in unserem System an der Macht sind, müssen sie sich den Interessen des Kapitals unterwerfen. Beim Danni sind das die Autoindustrie und Ferrero, deren Werke durch die Autobahn besser angebunden werden.

Die Klimakrise kann also nicht abgewählt werden. Wir müssen an der Wurzel des Problems anpacken und uns gegen dieses System wenden, in dem die Profit-Interessen großer Konzerne über unsere Zukunft gestellt werden. Werdet aktiv, fahrt wenn ihr könnt in den Danni und kommt zur Demo:

DEMO: Freitag (13.11.) um 14:30 am Marienplatz


Druck unseren Flyer aus und verteil ihn an deiner Schule!

Streiken bis zur Verkehrswende – Aktionstag von #NichtAufUnseremRücken

Wir haben uns heute an dem Aktionstag von “Nicht auf unserem Rücken” beteiligt. Gemeinsam mit unseren Genoss*innen von Zukunft Erkämpfen und vielen anderen Gruppen aus dem Krisenbündnis München veranstalteten wir eine einstündige Kundgebung am Orleansplatz gegenüber vom Ostbahnhof. Die Message an die ca. 100 Teilnehmer*innen war klar: Die Konzerne profitieren von den gegenwärtigen Krisen – egal ob Corona oder Klimawandel – während wir darunter leiden müssen. Das lassen wir uns nicht länger bieten!

Unser besonderer Fokus als Klimatreffen lag erneut auf der Solidarität zu den streikenden Beschäftigten im ÖPNV. Für eine echte Verkehrswende, die zur Bewältigung der Klimakrise unbedingt notwendig ist, braucht es einen gut ausgebauten Nahverkehr. Dazu gehören natürlich auch gute Arbeitsbedingungen für alle Arbeitnehmer*innen. Unter dem Hashtag #IhrStreiktFürUns machten wir eine Fotoaktion mit den Teilnehmer*innen der Kundgebung. Außerdem verzierten wir die Umgebung mit unserer Botschaft: Streiken bis zur Verkehrswende.

Insgesamt ist der Aktionstag als ein voller Erfolg zu werten. Wir haben gezeigt: Auch und gerade in Pandemiezeiten ist es möglich, unseren Protest mit den notwendigen Hygienemaßnahmen auf die Straße zu tragen. Solidarität mit allen Streikenden! Für das Klima, gegen den Kapitalismus!


Bilderstrecke zur Foto-Aktion #IhrStreiktFürUns

Wir haben auf der Kundgebung Menschen gefragt, warum sie die Streiks im Öffentlichen Nahverkehr unterstützen. Viele verschiedene Menschen haben uns erklärt, warum sie solidarisch mit den Streikenden sind. Die häufigsten Antworten waren der Kampf gegen die Klimakrise und für bessere Arbeitsbedingungen. Warum unterstützt du die Streiks im ÖPNV? Druck dir die Vorlage von unserer Website aus, mach ein Bild mit deiner Message und teil es unter dem Hashtag #IhrStreiktFürUns.

Demonstration in Solidarität mit den Streikenden im ÖPNV

Gestern stand München still. Denn die Beschäftigten des ÖPNV haben gestreikt. Zurecht. Wie schon bei den letzten Streiks haben wir auch dieses Mal den Tag damit verbracht, den Streikenden unsere Solidarität auszudrücken.

Bereits am Vormittag waren wir mit Transparenten und Fahnen auf der Streikkundgebung von ver.di präsent. Dort haben einige solidarische Worte an die Beschäftigten gerichtet und den wichtigen Zusammenhang zwischen dem Klimakampf und den Kämpfen der Beschäftigten herausgestellt. Im Laufe des Tages haben wir außerdem einen Bericht von solidarischen Aktionen für die Streikenden auf Indymedia gefunden.

Am Abend haben wir dann eine Demonstration in Solidarität mit der kämpfenden Belegschaft der MVG veranstaltet. Trotz strömenden Regens kamen etwa 50 Menschen am Abend vor dem DGB-Haus zusammen, um ausgestattet mit Regenschirmen und roten Fahnen ihre Unterstützung für die Forderungen der streikenden Bus-, Bahn- und Tramfahrer*innen auszudrücken.

In unserer Rede auf der Auftaktkundgebung haben wir noch einmal die Notwendigkeit des gemeinsamen Kampfes von Klimabewegung und den Beschäftigten des ÖPNV betont und dargelegt, warum wir es für eine Notwendigkeit halten, das Mittel des Streiks aus seiner durch Sozialpartnerschaft und Spaltung geschaffenen Einhegung zu befreien: Denn der Streik ist das Mittel der Ohnmächtigen, ihre Macht zu erfahren – und um der Klimakrise wirksam entgegentreten zu können, müssen wir diese Macht nutzen.

Ein Beschäftigter der MVG und Mitglied der Streikleitung machte in seiner Rede klar: Der Kampf der Beschäftigten der MVG wird weitergehen! Seinem Aufruf an die Klimabewegung, auch in den kommenden Wochen solidarisch an der Seite der Streikenden zu stehen, werden wir sicherlich Folge lesten 🙂

Auch ein Vertreter der GEW hielt eine Rede, in welcher er besonders die Forderung nach einer 35-Stunden-Woche unterstützte und klar machte, dass diese ein Ziel der Beschäftigten aller Bereiche, auch über den ÖPNV hinaus, darstellen muss.

Im Anschluss gab es eine laute und kämpferische Demonstration zum Stachus mit einer spontanen symbolischen Blockade der Trambahn-Schienen. Abgerundet wurde der Abend mit einer weiteren Rede von uns und einem Beschäftigten der MVG sowie einem kämpferischen Aufruf unserer Freund*innen von Zukunft Erkämpfen.

Wir finden: Ein gelungener Tag im Zeichen der Solidarität! Und können gleichzeitig sagen: Es wird nicht der letzte solche gewesen sein 🙂

Danke an alle, die dabei waren!

Für das Klima – gegen den Kapitalismus.

Unsere Klimapolitik: Selbstorganisierung statt Appelle an den Staat

Letzten Freitag haben wir auf dem Streik von Fridays for Future erklärt, warum wir in unserer Klimapolitik nicht auf Regierungen und Parlamente setzen, sondern uns eigene Handlungsräume erkämpfen und uns dafür organisieren müssen.

Wir sind das Offene Antikapitalistische Klimatreffen und freuen uns, dass wir uns heute hier vorstellen dürfen. Das Klimatreffen gibt es jetzt schon seit über einem Jahr. Wir sehen uns als Teil der Klimagerechtigkeits-Bewegung in München. Aus unserem Namen geht ja schon hervor, was der zentrale Punkt in unserer Klimapolitik ist: Wir sind antikapitalistisch. Das wollen wir hier ein bisschen erklären.

Für uns ist klar: Der Kapitalismus zwingt die gesamte Wirtschaft zu konstantem Wachstum. Wegen der Konkurrenz zwischen den Unternehmen muss immer mehr und billiger produziert werden. Dabei ist völlig egal, ob das was hergestellt wird, auch tatsächlich gebraucht wird. Im Zweifel werden die Bedürfnisse nach nutzlosen Waren einfach künstlich durch Werbung erzeugt. Oder es werden durch Exporte neue Märkte auf der ganzen Welt erschlossen. Das zeigt schon mal sehr deutlich, dass unsere individuellen Konsumentscheidungen nicht wirklich einen Einfluss darauf haben, welche Produkte wie hergestellt werden.

Gleichzeitig ist für uns aber auch die Rolle der Regierung und des Staates im Kapitalismus sehr wichtig. An der historischen Entwicklung der kapitalistischen Staaten kann man sehen, dass ihre Hauptaufgabe ist, die nationale Wirtschaft zu schützen und ihr Wachstum zu sichern. Das heißt, die Regierung wird nie Entscheidungen treffen, die zum Nachteil der Konzerne in ihrem Land sind und deren Profite schmälern würden.

Natürlich können wir alle paar Jahre wählen, wer in den Parlamenten sitzt. Aber die Regierungen unterscheiden sich nicht wirklich, egal aus welcher Partei die Politiker*innen kommen. Das können wir in Hessen derzeit ganz gut beobachten, wo zwar die Grünen in der Landesregierung sitzen, aber für klimaschädliche Projekte wie die A49 trotzdem ungebremst Wald abgeholzt wird.

Da die Regierung also nicht das Wohlergehen der Menschen als erstes Ziel hat, werden wir sie auch nicht durch moralische Appelle oder noch erschreckendere wissenschaftliche Fakten zum Handeln bewegen. Wenn wir eine tatsächliche Veränderung in der Klimapolitik erreichen wollen, müssen wir sie dazu zwingen. Dafür müssen wir unsere Stellung in der Gesellschaft stärken und eine Gegenmacht von unten aufbauen.

Das kann von einzelnen Aktionen ausgehen, in denen wir gezielt unsere Ohnmacht überwinden. Wir haben das vor einigen Wochen erlebt, als wir bei Ende Gelände gemeinsam fossile Infrastruktur blockiert haben. Aber auch vor einem Jahr, als wir die Besetzung vom Königsplatz durchgesetzt haben. Oder als wir zu Beginn von Corona eine politische Fahrrad-Tour an der Isar gemacht haben, die den Cops überhaupt nicht gefallen hat. All diese Aktionen haben gezeigt, dass wir selbstständig handlungsfähig sind und nicht nur den Parteien in den Parlamenten zuschauen müssen.

Perspektivisch reicht das aber nicht. Um nicht nur an einzelnen Punkten, sondern insgesamt diesem System und seinem Staat etwas entgegenzusetzen, brauchen wir die arbeitenden Menschen in den Betrieben. Denn wer kann besser ein Kohlekraftwerk lahmlegen, als die Arbeiter*innen vor Ort? Die Aktionsform des Streiks ist das wirksamste Mittel, was wir haben. Es ist das einzige, welches tatsächlich wirtschaftlichen Druck erzeugt. Deshalb versuchen wir bei all unseren Aktionen immer die Perspektive der lohnabhängigen Menschen im Blick zu haben.

Das haben wir zum Beispiel letzten Winter umgesetzt, als es um die Unterstützung von Siemens zum Bau einer neuen Kohlemine ging. Neben unserer Aktion bei der Aktionärsversammlung haben wir im Vorfeld viele Flyer vor den Werkstoren an Siemens-Mitarbeiter*innen verteilt. Und in den letzten Wochen waren wir auf den Streiks der MVG-Fahrer*innen präsent und haben ihnen unsere Solidarität gezeigt.

Unsere Botschaft in die Klimagerechtigkeits-Bewegung ist also: Lasst uns nicht auf Regierungen und Parlemente setzen, sondern organisieren wir uns und alle, die mit uns auf die Straße gehen. Schaffen wir uns eigene Handlungsperspektiven und nehmen wir den Klimaschutz selbst in die Hand.

ÖPNV-Streik (auch) fürs Klima!

Auch heute streikt wieder der ÖPNV in München und auch heute waren wir wieder dabei, um Solidarität zu zeigen und die Streikenden zu unterstützen. In unserer Rede auf der Streikkundgebung haben wir noch einmal klar gemacht, dass der Kampf der Beschäftigten im ÖPNV ein Kampf für uns alle ist – denn angesichts der Klimakrise ist ein massiver Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs dringend nötig.

Zeit, die Verkehrs-Infrastruktur in die Hände der Gesellschaft zu überführen. Um fortan den gesellschaftlichen Reichtum für das zu nutzen, was wir dringend brauchen: einen gut ausgebauten und bezahlbaren ÖPNV (und Nah- und Fernverkehr). Für das Klima gegen den Kapitalismus!

Die Grünen – Kapitalismus mit grünem Anstrich

Die Geschichte vom Dannenröder Wald zeigt einmal mehr, wie Parteien, die nach Macht streben, sich dem Kapital unterwerfen. Ein 300 Jahre alter Mischwald soll für wirtschaftliche Interessen geopfert werden. Dort soll eine Autobahn gebaut werden. Anstatt öffentlichen (Nah)Verkehr auszubauen, wird im Interesse der Autokonzerne der Individualverkehr vorangetrieben. Die Zerstörung von Ökosystemen trifft uns alle, aber vorallem die, die jetzt schon nichts besitzen. Wir Lohnabhängigen werden uns nicht einfach ein neues Paradies suchen können, wenn unsere Welt in Flammen steht. Ob die Kapitalisten und Kapitalistinnen dies können, ist zwar fraglich, aber sie werden es versuchen – auf unsere Kosten.

Die Abholzung des Dannenröder Walds zeigt: Die Klimakrise lässt sich nicht aus den Parlamenten heraus lösen. Will eine Partei an die Macht kommen, muss sie sich den bürgerlich-kapitalistischen Regeln beugen. 

Angefangen als Vorreiter für einen umweltbewussten Wandel, stehen Die Grünen mittlerweile an vorderster Front im Klassenkampf von oben. Der grüne Verkehrsminister von Hessen steht dahinter, die legitime Besetzung des Danneröder Walds zu räumen und die Aktivist*innen zu kriminalisieren. Egal ob sie ihre schützende Hand über das Autokapital halten, wie in Baden-Würtemberg oder dafür sorgen, dass intakte Ökosysteme zerstört werden, wie im Fall des Dannenröder Waldes. Parteien wie die Grünen sind nicht unsere Verbündeten!

Wir dürfen nicht dem Glauben erliegen, durch Wahlen die Klimakrise lösen zu können. Macht im bürgerlich-kapitalistischen Staat haben vorallem die großen Unternehmen und Banken.

Das heißt: Alle paar Jahre ein Kreuz zu machen reicht nicht aus! Unsere Antwort auf die Klimakrise ist die Überwindung des Kapitalismus und der Aufbau einer solidarischen, nachhaltigen Gesellschaft. Dazu brauchen wir eine Organisierung der Menschen von unten, eine große Bewegung jenseits der politischen Institutionen. Wir brauchen den echten politischen Streik mit den Gewerkschaften und allen Beschäftigten. Wir brauchen den zivilen Ungehorsam und dazu gehören Besetzungen, Blockaden und Streiks. Lasst uns gemeinsam eine Gegenmacht von unten aufbauen!

Solidarität mit den Besetzer*innen vom Danni!

Das war Ende Gelände 2020

Letztes Wochenende waren wir mit vielen Menschen aus München und Umgebung bei den Ende Gelände-Aktionstagen im Rheinland. Trotz Regen, Polizeirepression und Corona-bedingten Herausforderungen waren es super erfolgreiche und motivierende Tage! Über 3000 Aktivist*innen haben an verschiedenen Stellen die Infrastruktur der fossilen Klimazerstörung blockiert: Kohlekraftwerke, Gruben, Gaskraftwerke, Pipelines und Schienen. Die Polizei hat dabei mal wieder gezeigt, auf welcher Seite sie steht: mit Pfefferspray, Schlagstöcken und brutalen Festnahmen sollten die Proteste eingeschüchtert und die Profite von RWE & Co abgesichert werden. Dazu kamen rechtliche Schikanen und Aussetzung der Versammlungsfreiheit von Seiten der Behörden.

Aber wir haben uns nicht abschrecken lassen! Wir wissen: auf nettes Bitten hören Politik und Mächtige leider nicht. Wir müssen uns organisieren und weiter Druck aufbauen, zusammen mit anderen sozialen Bewegungen und allen Lohnabhängigen. Nur dann können wir die Klimakrise und das menschen- und umweltfeindliche System Kapitalismus stoppen. 

Danke an alle Mitstreiter*innen und die Supportstrukturen! Nun sind wir alle wieder heil zurück und starten voller Motivation in die nächsten Aktionen!


Hier noch ein paar schöne Bilder…

Solidarität mit den Streikenden im ÖPNV

Deutschland ist ein Autoland: 47,7 Millionen PKW sind hierzulande zugelassen, mehr als eins für jeden zweiten Bundesbürger. Kein Wunder: In vielen Gegenden ist das Auto der einzige Weg, um zur Arbeit, zu Freizeiteinrichtungen oder auch nur zum Supermarkt zu kommen. Denn der öffentliche Nahverkehr ist in den letzten Jahrzehnten systematisch abgebaut und heruntergewirtschaftet worden. Auch in München spart die Politik am ÖPNV: Seit 1998 ist die Zahl der Fahrgäste um 24 Prozent gestiegen, die Zahl der Beschäftigten jedoch gleichzeitig um 18 Prozent gesunken. So haben die Leute auf ihrem Arbeitsweg oft die Wahl zwischen einer zwanzigminütigen Fahrt mit dem Auto – oder einer Dreiviertelstunde Fahrt mit überfüllten Bussen und Bahnen. Wenig überraschend also, dass viele Menschen sich weiterhin dafür entscheiden, Auto statt Bus oder Bahn zu fahren. Aber so darf das nicht bleiben: Der Verkehrssektor ist immerhin für knapp 20 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Und die Klimakrise spitzt sich jeden Tag weiter zu.

Für die Verkehrswende brauchen wir einen gut ausgebauten Nahverkehr. Und zwar schnell. Aber statt mehr Geld für den Ausbau der Verkehrsnetze und dessen Beschäftigte zur Verfügung zu stellen, verschenkt die Politik lieber Milliarden an Lufthansa und Autoindustrie. BMW und VW konnten dank großzügiger Staatshilfen dieses Jahr Milliarden an ihre Aktionär*innen ausschütten. Dieses Vorgehen hat System: denn die gesamte deutsche Verkehrspolitik ist darauf ausgerichtet, Profite zu generieren. Deshalb die Geschenke an die Autoindustrie, deshalb das Kaputtsparen des öffentlichen Nahverkehrs. Den Preis zahlen die Beschäftigten im ÖPNV – und wir alle, die wir unter den Folgen der Klimakrise zu leiden haben werden. Appelle an die Politik, an dieser Situation etwas zu ändern, werden ungehört verhallen – und sind stets ungehört verhallt. Die einzige Sprache, die Arbeitgeber und Politik sprechen, ist die der Zahlen. Seit über hundert Jahren ist deswegen das effektivste Kampfmittel der arbeitenden Menschen der Streik. Das bedeutet: die wichtigsten Verbündeten, die wir in unserem Kampf für eine Verkehrswende haben können, sind die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr. Ihr Kampf für bessere Arbeitsbedingungen im ÖPNV ist ein Kampf für uns alle!

Um die aktuellen Streiks der Bus- und Bahnfahrer*innen zu unterstützen haben wir deswegen in den letzten Tagen Wandzeitungen aufgehängt und tausende Flyer in Münchner Bussen und Bahnen ausgelegt, in denen wir zur Solidarität mit dem Tarifkampf der Beschäftigten aufgerufen haben. Zusammen mit unseren Freundinnen von Zukunft erkämpfen haben wir uns zudem heute an der Streikkundgebung der ÖPNV-Beschäftigten beteiligt. Dort durften wir auch eine Rede halten, in der wir dargelegt haben, warum wir eine Vergesellschaftung des Verkehrssektors (und letzten Endes aller Branchen) und ein Ende des kapitalistischen Systems für notwendig halten – und uns natürlich mit den Streikenden solidarisiert haben. Dafür haben wir viel Zuspruch erhalten. Wir fordern euch alle auf: Unterstützt die Streiks der Kolleginnen und Kollegen im ÖPNV. Wenn ihr in den nächsten Tagen mit Bus oder Bahn fahrt, sprecht die Beschäftigten an und drückt eure Unterstützung aus! Denn sie kämpfen für uns alle! Dafür sollten wir dankbar sein. Die Beschäftigten im ÖPNV streiken auch für uns.


Unsere Wandzeitung zum Lesen und Ausdrucken:

Containern ist kein Verbrechen

Immer volle Regale, auch um kurz vor acht Uhr abends. So sieht es in den meisten Supermärkten permanent aus. Dass dieses ganze Essen nicht verkauft wird, erklärt sich von selbst. Was also machen Supermärkte mit den guten Lebensmitteln? Sie werfen sie in den Müll. Während sich gleichzeitig massenhaft Menschen kaum genug Essen leisten können, werden tonnenweise Ressourcen für die Herstellung der Lebensmittel verbraucht. Klingt unfair und verschwenderisch? Ist es auch!

Um zumindest ein paar der weggeschmissenen Lebensmittel zu retten und sie teilweise an Bedürftige auszugeben, gehen regelmäßig Menschen containern. Sie holen also noch gutes Essen aus den Mülltonnen der Supermärkte. Sinnvolle Sache, denken sich sicher viele. Doch es gibt ein Problem.

Containern gilt in Deutschland als Straftat. Diebstahl, Landfriedensbruch – so können die Anklagen lauten. Es ist also „legal“, Massen an Essen wegzuschmeißen statt an Bedürftige zu spenden, aber „illegal“, dieses Essen aus einer Mülltonne zu nehmen. Vor einem Jahr wurden zwei junge Frauen wegen „Diebstahls“ jeweils zu einer Geldstrafe in Höhe von 225 Euro und acht Sozialstunden verurteilt. Dieses Urteil wollten sie berechtigterweise nicht hinnehmen und zogen bis vor das Bundesverfassungsgericht. Doch auch dieses bestätigte leider das Urteil und somit die Strafbarkeit von Containern.

Wir kritisieren diese Entscheidung scharf und fordern eine Legalisierung von Containern. Auch wir waren letzte Woche kollektiv containern und haben das gerettete Essen danach unter uns und Freund*innen verteilt. Nicht das Retten der Lebensmittel, sondern die massenhafte Verschwendung sollte strafbar sein. Solidarität mit Caro und Franzi