Aufruf zu den Protesten gegen die “Münchener Sicherheitskonferenz”

Der Klimawandel bedroht die Existenz von Millionen von Menschen. Schon heute sehen diese oft keinen anderen Ausweg mehr, als ihre Heimat zu verlassen und zu fliehen. An der EU-Außengrenze erwartet sie Stacheldraht, Lager und Überwachung. Den wenigen, die es nach Deutschland schaffen wird ihr Recht auf Asyl verwehrt. Der Klimawandel ist hier, wie in vielen anderen NATO-Staaten, kein anerkannter Fluchtgrund. Die deutschen Behörden schieben Menschen in Kriegs- und Katastrophengebiete ab, und damit oft in den Tod.

Um diese Politik zu rechtfertigen und politische und wirtschaftliche Interessen abzustimmen finden regelmäßig glamourös inszenierte Konferenzen statt. Eines der weltweit größten Treffen ist die, seit 1963 jährlich stattfindende, Sicherheitskonferenz in München. Unter den Teilnehmer_innen befinden sich überwiegend Vertreter_innen der NATO-Staaten, des Militärs und der Rüstungs- und Überwachungsindustrie. In Hintergrundgesprächen besprechen sie Bündnisse und Strategien zur Aufteilung der Welt, während sie nach Außen Werbung für ihre angeblich alternativlose kriegerische Politik machen. Auch dieses Jahr findet die Sicherheitskonferenz vom 14. – 16. Februar im Bayerischen Hof in München statt.

Wir als Klimaaktivist*innen wenden uns entschlossen gegen jeden Form von Krieg und Aufrüstung. Denn ob menschengemachter Klimawandel oder Krieg, beides tötet, zerstört und treibt Millionen Menschen zur Flucht. Beides wurzelt im kapitalistischen System, in dem der schnelle Profit mehr zählt als Menschenleben. Solange Kriege um Rohstoffe und Einflusssphären geführt werden, kann es keinen effektiven Klima- und Umweltschutz geben. Das US-Verteidigungsministerium zum Beispiel ist mit einem Anteil von 77%  bis 80% am gesamten Energieverbrauch der US-Regierung seit 2001 der größte Verbraucher fossiler Brennstoffe. Doch Krieg beginnt auch hier bei uns.  Deutsche Unternehmen profitieren davon, Rüstungsgüter in Krisengebiete zu verkaufen. Die Exporte von deutschen Panzern, Gewehren und Co waren letztes Jahr auf einem neuen Höchststand. Und die Hochschulen machen munter mit: an der TU München wird, finanziert von US-Army, Bundeswehr und NATO, an der Entwicklung einer „grüne Bombe“ gearbeitet – einer Bombe, die weniger umweltzerstörend und dafür zielgenauer und „sauber“ töten soll. Dem Land und dessen Bewohner_innen, auf welche sie abgeworfen wird, bringt sie trotzdem nur Tod und Leid. Das ist eine Verhöhnung der Opfer, und hat nichts mit Umweltschutz zu tun!

Wir kämpfen für eine solidarische Gesellschaft, in der kein Mensch vor Hunger, Naturkatastrophen und Krieg fliehen muss. Lasst uns am 15.2. gemeinsam auf die Straße gehen und gegen die Sicherheitskonferenz zu protestieren! Wir werden uns dem internationalistisch-antikapitalistischen Block anschließen. Kommt dazu!

Samstag, 15.02.2020 – 13 Uhr – Stachus

AktionärsversammlungUnfucked

Mit dem Vertrag mit Adani hat Siemens eine Entscheidung getroffen, die uns alle angeht. Und bei Themen, die uns alle angehen, wollen wir natürlich auch alle mitreden. Deshalb sind wir heute morgen ausgestattet mit Stimmkarten, Transparenten und Plakaten zur Olympiahalle gezogen, um uns an den dort stattfindenden Abstimmungen der Siemens-Aktionärs zu beteiligen. Das Motto: Die Aktionärsversammlung zur Bürger*innenversammlung machen. #UnfuckAktionärsversammlung

Wenig überraschend hat uns jedoch die Polizei den Zugang zur Versammlung verwehrt. Hier dürfe nur mitreden, wer eine Aktie besitzt (Kostenpunkt: über 100 Euro). „Demokratie“ im Kapitalismus: Auch wenn die Frage unser aller Zukunft betrifft – je mehr Geld man (investiert) hat, desto mehr gilt die eigene Stimme, und die ohne Geld dürfen nicht einmal zuschauen.

Weil die Polizei uns partout nicht hineinlassen wollte, fühlten wir uns gezwungen, unsere Versammlung vor dem Eingangstor abzuhalten. Das war der Polizei zwar auch wieder nicht recht. Sie fanden, wir würden die anderen, die im Gegensatz zu uns genug Geld für die exklusive Demokratie der Aktienbesitzer hätten, am Betreten der Versammlung stören. Aber dafür war unsere Versammlung sehr ergiebig – denn wir haben viele sinnvolle und gute Entscheidungen getroffen:

Zunächst haben wir uns den Vorstandsgehältern gewidmet: Diese werden mit sofortiger Wirkung gestrichen. Denn: Vermutlich war es nicht sein schlechter Charakter, der Joe Kaeser dazu gebracht hat, den Vertrag mit Adani einzuhalten. Sondern die Tatsache, dass er eben dafür bezahlt wird: die Profitmaximierung über alles andere (auch das Klima!) zu stellen. Letztes Jahr hat er dafür über 14 Millionen Euro bekommen. Um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern, bekommt nach unserer Abstimmung kein Siemens-Vorstandsmitglied mehr ein Gehalt. Die notwendige Entscheidungen zum laufenden Betrieb von Siemens müssen nun fortan von den Mitarbeiter*innen getroffen werden.

Des Weiteren haben wir entschieden, dieses und in allen folgenden Jahren keinerlei Dividende auszuschütten. Stattdessen soll das Geld dafür verwendet werden, die entlassenen Siemens-Beschäftigten aus der Windkraft wiedereinzustellen – und den Vertrag mit Adani zu brechen.

Zuletzt gab es eine überwältigende Mehrheit für den Antrag, große Konzerne wie Siemens unter demokratische Kontrolle der gesamten Bevölkerung zu stellen und dafür zu enteignen. Kein Wunder – schließlich hatten wir ja gerade am eigenen Leib erlebt, zu was für einem undemokratischen und klimaschädigenden Ergebnis es führt, wenn Einzelne solche Konzerne besitzen und in ihnen die Entscheidungen – nach dem Prinzip der Profitmaximierung – treffen: Während die Großaktionärs nach dem Prinzip „Mehr Geld – mehr Entscheidungsgewalt“ drinnen tagten, mussten wir unsere tatsächlich demokratische Versammlung vor der Tür abhalten.

Im Anschluss zu unserer Aktion haben wir uns mit den protestierenden Arbeiter*innen von Siemens solidarisiert, denn im Gegensatz zu den Aktionär*innen und dem Vorstand profitieren die Arbeiter*innen nicht von der Zerstörung unserer Welt zur Profitmaximierung. Der gemeinsame Kampf von Gewerkschaften, Arbeiter*innen und der Klimabewegung ist notwendig, denn wir werden die Klimakrise nicht ohne grundlegenden Wandel unseres Wirtschaftsystems bewältigen können.

Klimakampf ist Klassenkampf!

Aktion: Waffenmesse in der Fußgängerzone

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Auf dem Marienplatz haben wir am Freitag eine satirische Waffenmesse veranstaltet, um aufzuzeigen, an wie vielen Kriegen die BRD direkt oder indirekt beteiligt ist. Wir haben Kriegsgerät vorgestellt, das von Deutschland exportiert wird und in der ganzen Welt mordet und … Continue reading

#UnfuckAktionärsversammlung – 5. Februar 2020

Am 5. Februar findet in der Münchner Olympiahalle eine Versammlung statt, auf der sich die wohl letzte Chance bietet, zu verhindern, dass Siemens dem multinationalen Großkonzern Adani beim Bau einer riesigen Kohlemine hilft.

Diese Mine würde knapp 60 Millionen Tonnen Steinkohle im Jahr fördern. 60 Millionen Tonnen Kohle: diese zu verbrennen, würde mehr CO2 im Jahr freisetzen, als der gesamte Auto- und Flugverkehr Deutschlands zusammen.

Würde Siemens den Minenbau nicht unterstützen, gäbe es eine ernsthafte Chance, ihn zu verhindern. Denn fast alle anderen möglichen Partnerfirmen sind wegen der enormen Proteste gegen die Mine bereits abgesprungen. Nur Siemens nicht.

Die Versammlung am 5.2. entscheidet also über unser aller Zukunft. Aber trotzdem können wir nicht alle mitentscheiden.

Allein das Ticket für die Versammlung kostet über 100 Euro. Und wie stark die eigene Stimme bei der Abstimmung zählt, hängt davon ab, wie viel Geld man investiert hat. Deshalb zählt bei dieser Abstimmung eigentlich nur die Ansicht der Banken, Konzerne und Großaktionäre. Und die entscheiden anhand der Frage, was ihnen am meisten Profit bringt. Klingt undemokratisch? Willkommen im Kapitalismus. Willkommen auf der Siemens-Aktionärsversammlung!

Zeit, das zu ändern. Zeit, unsere Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Zeit, die Aktionärsversammlung zu einer Bürgerversammlung zu machen!

Am 5.Februar treffen wir uns um 8Uhr vor der Olympiahalle. Wir werden uns in die Schlange für den Einlass stellen – alle zusammen. Wir werden Zutritt verlangen und eine demokratische Abstimmung. Und wir werden uns nicht wegschicken lassen. Denn die Klimakrise ist zu ernst, um Entscheidungen wie diese den Banken, Konzernen und sonstigen Großaktionären zu überlassen.

Und wenn sie uns nicht reinlassen? Dann kommt auch sonst niemand rein. Denn unsere Schlange wird lang sein. Und unbeweglich. #alleoderkeiner

Schließt euch uns an! Nur wenn wir viele sind, können wir zeigen, was wir von der Entscheidungsgewalt der Reichen über unser aller Zukunft halten. Machen wir die Aktionärsversammlung zu einer Bürgerversammlung! Es ist höchste Zeit!

Treffpunkt: 5. Februar, 8:00 Uhr, Coubertin-Platz vor der Olympiahalle

Kommt vorbei!

Siemens unter Druck setzen! #stopadani

Der CEO von Siemens, Joe Kaeser, hat verkündet, an der Zusammenarbeit mit Adani festzuhalten! Eine völlig wahnsinnige Entscheidung: eine riesige Kohlemine zu bauen, während der Klimawandel überall zu spüren ist und Australien, in dem die Mine errichtet werden soll, zu großen Teilen brennt. Wir werden weiter mit der Klimabewegung zusammen SIemens unter Druck setzen! Hier Aktionen und Statemente von uns aus den letzten Tagen:


Mitarbeiter-Flyer

Wir sind heute früh aufgestanden, um Flyer an die Beschäftigten von Siemens zu verteilen.

In den nächsten Tagen werden wir und viele andere Klima-Aktivistinnen vor verschiedenen Siemens-Standorten dagegen protestieren, dass Siemens den multinationalen Großkonzern Adani dabei unterstützen will, eine riesige Kohlemine in Australien zu bauen. Dabei sind wir überzeugt: Hätten die Beschäftigten von Siemens in dieser Frage etwas zu sagen, würde dieser Vertrag nicht zustande kommen!

Denn die Klimakrise trifft uns alle – von Investitionen in Kohle, Öl und in klimaschädliche Formen der Produktion profitieren jedoch nur die großen Investoren. Die Forderung nach mehr Klimaschutz und die Forderung nach mehr Mitbestimmung im Betrieb gehören für uns deswegen zusammen!

Um das klarzumachen, haben wir uns heute direkt an die Beschäftigten von Siemens gewandt. Dabei haben wir viele positive Rückmeldungen erhalten und interessante Gespräche geführt.

Die Forderungen der Klima- und der Arbeiter*innenbewegung gehören zusammen! Und gemeinsam haben wir die Kraft, die Klimakatastrophe (und jene, die davon profitieren, sie zu befeuern) aufzuhalten!

 


Kundgebung vor Siemens

Warum Siemens trotz der riesigen Proteste dagegen Adani dabei unterstützt, eine riesige Kohlemine zu bauen? Weil es Profit bringt.

Den Ausschlag werden dabei nicht die läppischen 18 Millionen Dollar gegeben haben, die Siemens der Vertrag mit Adani einbringen wird. Sondern das Signal an alle anderen Kapitalisten: “Wir sind vertragstreu – auch wenn es dem Klima schadet und auch wenn dagegen protestiert wird.” Eine Investition in die Zukunft für Joe Kaeser. Und eine Gefahr für unsere Zukunft.
Das Vorgehen von Kaeser zeigt einmal mehr, was wir schon lange wissen: es gibt keinen “grünen Kapitalismus” und es gibt keine “grünen Konzerne”. Das Mäntelchen der Nachhaltigkeit, das auch Siemens sich so gerne überzieht, ist nichts als ein PR-Gag. Bei Siemens wie auch anderswo.
Deshalb: #SiemensEnteignen – Zeit, dass wir die Kontrolle über unsere Wirtschaft übernehmen. Und fortan demokratisch entscheiden, was produziert wird und was nicht.

Dafür waren wir heute auf der Straße und haben gemeinsam mit FFF und vielen anderen Klimaaktivistinnen vor Siemens Konzernzentrale unseren Protest ausgedrückt – gegen Joe Kaeser, gegen Adani und gegen eine Wirtschaft in den Händen der Wenigen.

 


Ankündigung:

Proteste bei der Siemens Aktionärs-Versammlung am Mittwoch, 5. Februar. Genauere Infos folgen!

Rückblick: Proteste gegen die Klimaleugner*innen von EIKE

Mehrere Wochen lang hat uns der Protest gegen das AfD-nahe “Umweltinstitut” EIKE beschäftigt. EIKE hat in München eine Konferenz abgehalten, auf der wissenschaftliche Erkenntnisse geleugnet, die Klimabewegung diffamiert, und rechte Verschwörungstheorien bedient wurden. EIKE und ähnliche Think Tanks werden finanziert von Unternehmen, die ein Interesse daran haben, den menschengemachten Klimawandel zu leugnen: vor allem die Öl- und Kohleindustrie, die weiter fröhlich fossile Energieträger verbrennen möchte. (Infos über EIKE auf Lobbypedia) Das heißt, egal ob verwirrte Spinner, Nazis oder Wirtschaftsfunktionäre, egal ob es ihnen bewusst ist oder nicht: die Konferenz-Teilnehmer*innen und Mitglieder von EIKE helfen, die für die Menschheit überlebensnotwendige Umstellung der Wirtschaft und Maßnahmen zum Klimaschutz zu verhindern oder aufzuschieben. Deshalb haben wir versucht die Konferenz zu verhindern und zu stören. Hier eine kleine Chronologie.

 

September 2019Es wird bekannt, dass EIKE ihre Konferenz wieder in München abhalten will, letztes Jahr ging das völlig ohne Widerstand oder öffentliche Kritik, das soll sich nun ändern. Erste Planung für Proteste, Recherche zu Klimaleugner-Netzwerken.

6.11.2019 – Wir veröffentlichen zusammen mit anderen Umweltaktivist*innen und antifaschistischen Gruppen einen Aufruf dazu, gegen die EIKE-Konferenz zu protestieren und diese zu verhindern.

9.11.2019 – Es gibt einen Flashmob im NH-Hotel in Riem, wo die Konferenz stattfinden soll, um Anwohner*innen aufzuklären und das Hotel dazu zu bewegen EIKE nicht bei sich tagen zu lassen. Hier ein Video von der Aktion (Achtung, gefährlich schiefer Gesang).

12.11.2019 – Das NH-Hotel kündigt den Mietvertrag mit EIKE (dazu ein Artikel vom Tagesspiegel). Das freut uns und erzürnt die Klimawandelleugner*innen, die daraufhin den ersten von vielen absurden Hassartikeln gegen uns und andere Klimaschützer*innen veröffentlichen. Bald sind wir das Lieblingsthema der rechten Blogger-Szene.

15.11.2019 – Wir veranstalten einen Vortrag und Diskussion zu der Thematik: Rechte Klimapolitik – Zwischen Leugnung & Vereinnahmung In der anschließenden spannenden Diskussion wird einiges klarer, vor allem dass Klimaleugnung in Deutschland zwar eine Nische ist, in der sich viele Verrückte tummeln, aber auch ein effektives Werkzeug der Lobbyarbeit. So werden der Politik “Argumente” geliefert, im Interesse der Wirtschaft Klimaschutzmaßnahmen nicht umzusetzen. (So geschehen zum Beispiel beim Thema Windkraft: dazu ein Monitor Beitrag) Keine Überraschung also, dass sich bei EIKE-Veranstaltungen neben offen Rechten auch viele Lokalpolitiker*innen von CSU/CDU und FDP finden lassen.

19.11.2019 – EIKE zieht gegen den Hotel-Rausschmiss vor Gericht – und verliert in erster Instanz vor dem Landgericht München. Kurz darauf entscheidet auch das Oberlandesgericht München für das NH-Hotel. (SZ-Artikel)

20.11.2019 – EIKE zeigt sich empört und kündigt an, ihre Konferenz in München, aber an einem anderen, geheimen Ort stattfinden zu lassen. Jetzt werden auch die Verschwörungstheorien ausgepackt:

“Denn auch wenn sie hier unter dem Decknamen „Antikapitalistisches Klimatreffen München“ auftritt, wissen alle, wer direkt oder indirekt dahintersteckt. Sie werden in ihrem Treiben auch nicht lockerlassen, weil sie unbegrenzte Ressourcen haben, aber sie werden trotzdem nicht siegen.” (Zitat EIKE)

Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den neuen Ort herauszufinden, um die Lobbyisten der Umweltzerstörung nicht ungestört ihre Konferenz abhalten zu lassen. Auch wenn wir laut EIKE “unbegrenzte Ressourcen haben”, ist das garnicht mal so einfach, bei hunderten Tagungshotels und -locations in München.

22.11.2019 – Der erste Tag der Konferenz. Glücklicherweise konnten wir doch noch rechtzeitig erfahren, wo sie stattfindet: in der Wappenhalle in Riem, in der schon mehrfach rechte Veranstaltungen Raum gefunden haben. Auch die Ästhetik des 1939 eröffneten Gebäudes dürfte einigen Teilnehmer*innen gut gefallen (Wappenhalle heute und bei der Eröffnung 1939). Wir entschließen uns kurzfristig, EIKE die frohe Botschaft zu überbringen, dass sie nun doch nicht ganz ungestört das Wochenende verbringen können. Anschließend organisieren wir spontan eine Demo für den nächsten Tag, für die wir noch bei der Fridays for Future Demo werben (hier ein schönes Bild dazu aus der SZ).

 

23.11. 2019 – Um 18 Uhr treffen wir uns in Riem, um den Abschluss der EIKE-Konferenz, ihren “Sektempfang”, zu stören. Bunt und mit kreativen Parolen ziehen wir vor die Wappenhalle. Aus unserem Bericht zur Demo:

“Heute haben wir den Klimaleugner*innen von EIKE erneut einen Besuch abgestattet. Mit ca. 50 Klimaaktivist*innen und Antifaschist*innen zogen wir vor die Wappenhalle in der Messestadt West um ein paar Grußworte zu überbringen. EIKE zog es allerdings vor, sich unter Schutz der Polizei in dem Konferenzraum zu barrikadieren. Der für 18:50 angesetzte Sektempfang musste vorerst ausgesetzt werden.
Trotz rechter Online-Hetze gegen uns und andere Klimaakteure und auch trotz der Heimlichtuerei von EIKE ist es gelungen ein entschlossenes und kämpferisches Zeichen gegen Klimaleugnung zu setzen. Unsere Kampagne hat gezeigt: Wo auch immer sie sich zu Hinterzimmergesprächen treffen und ihre pseudowissenschaftlichen Argumente austauschen, werden wir sie finden und stören. Mit Parolen wie „Hinter Klimaleugnung steht das Kapital“ oder “Ob Klimaleugner oder AfD, stoppt den Rechtsruck in der BRD” zeigten wir auf in welchem Interesse die Konferenz des AfD nahen Vereins steht.”

Fazit: Die ganze Kampagne war eine spannende Erfahrung. Der massive Gegenwind, der uns von rechter Seite entgegen geschlagen ist, ist eine Bestätigung dafür, dass es die richtige Entscheidung war, gegen Klimaleugnung aktiv zu werden. Auch war es eine super Möglichkeit, Antifaschist*innen und Klimaaktivist*innen zusammenzubringen und aufzuzeigen, warum der Kampf gegen Rechts und der gegen den Klimawandel zusammengehören. Beide sind Teil einer Bewegung für eine bessere, soziale und nachhaltige Welt ohne Ausbeutung, Ausgrenzung und Profitdenken.

Wir hoffen, dass EIKE es sich zweimal überlegt, ob sie ihre nächste Konferenz in München abhalten wollen. Und dass sie überall wo sie sonst auftauchen ebenfalls mit Gegenwind zu rechnen haben!

 

Gegen die Zusammenarbeit von Siemens und Adani!

Gestern wurde bekannt, dass Siemens den Großkonzern Adani dabei unterstützt, eine neue Kohlemine im Nordosten Australiens zu bauen. Es soll eine der größten der Welt werden. Mitten in der Klimakrise.

Adani ist ein multinationaler Großkonzern, der vor allem Rohstoffe abbaut und mit diesen handelt. Gegen den Bau seines neuen Kohlekraftwerks gibt es starken Widerstand.
Viele Konzerne haben deswegen ihre Zusammenarbeit mit Adani aufgekündigt. Nun ist Siemens eingesprungen und wird die benötigte Technik für den Kohleabbau liefern. Die Technik von Siemens ist ein wichtiger Teil des Projektes. Ohne die Unterstützung von Siemens könnte es also nicht stattfinden.

Jede neue Kohlemine bedeutet einen weiteren Schritt in die Klimakatastrophe. Und zusätzlich zu den fatalen Auswirkungen auf das Klima gefährdet dieses Projekt auch das Great Barrier Reef und zerstört die Lebensgrundlage der indigenen Bevölkerung. Aber Großkonzerne wie Siemens stellen – natürlich – die Profite vor die Menschen.

Heute morgen haben wir daher ein Transparent vor der Siemens-Zentrale in München aufgehängt und die Mitarbeit des Konzerns an der Zerstörung der Zukunft von uns allen angeprangert. Wir nehmen nicht hin, dass in unserem System die Profite von Firmen wichtiger sind als das Wohlbefinden der Menschen. Für ein ökologisches und soziales
Wirtschaftssystem!

Global Climate Strike am 29.11.

Am 29.11. waren wir mit einem antikapitalistischen Block auf dem Global Climate Strike in München vertreten. Es hat sehr viel Spaß gemacht, danke an euch alle, dass ihr dabei wart!

Mit unseren Redenbeiträgen, Parolen und Materialien haben wir lautstark darauf aufmerksam gemacht, dass die Klimakrise weder ein Problem des Konsums jedes einzelnen ist, noch durch ein paar kleine Reformen gelöst werden kann. Das Wirtschaftordnung, in der wir leben, basiert auf Konkurrenz und erzwungenem Wachstum. Wenn wir die Klimakrise aufhalten wollen, müssen wir die Systemfrage stellen!
Dafür gab es viel Zuspruch von anderen Demonstrant*innen. Offensichtlich glauben sehr viele Menschen nicht mehr an das Märchen von “grünen Kapitalismus”.

Rund um die Demo haben wir gleichzeitig Schilder mit Zitaten und Fakten zum Zusammenhang zwischen Klima und Kapitalismus aufgehängt und mit Sprühkreide Botschaften im öffentlichen Raum hinterlassen. Auch unsere große “System Change”-Fahne hat viele Fans gefunden! Beim nächsten Mal mehr davon…?

   

Aufruf zum Global Strike am 29.11.2019

Alle Politiker*innen und Parteien tragen neuerdings eine grüne Weste. Sie reden von Verzicht, von Klimaschutz und von Nachhaltigkeit. Aber passieren tut nichts. Das inhaltslose Klimapaket, der aufgeschobene Kohleausstieg und die Milliarden an klimaschädlichen Subventionen sind kein Versehen. Unsere Politik schützt nicht das Klima, sondern das System: Den Kapitalismus.

Und dieses System ist mit nachhaltiger Wirtschaft unvereinbar. Die fehlende Nachhaltigkeit kommt nicht zustande, weil einige Konzernchefs das so toll finden, sondern weil dieses Wirtschaftssystem zum unökologischen Produzieren verdammt ist. Das, im Kapitalismus herrschende, Konkurrenzgesetz zwingt die Unternehmen, so billig zu produzieren wie möglich, um am Markt auf lange Sicht bestehen zu können. Ein weiteres Resultat der Konkurrenz ist die unvermeidbar auftretende Überproduktion, die jedes Jahr tausende Kilo Lebensmittel und andere Güter verschwendet.

Wir leben also in einem System, das in erster Linie nicht die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse zum Ziel hat, sondern einzig und allein dafür existiert, so viel Profit wie möglich für einige Wenige zu schaffen. Wenn Politiker*innen heute von “Verzicht” und “nachhaltigem Konsum” reden, dann tun sie das auch, um die Verantwortung für die Lösung der Klimakrise auf die arbeitenden Menschen abzuwälzen. Statt aus der Kohle auszusteigen, wird lieber an den einzelnen appelliert, doch teureren Ökostrom zu beziehen; statt die Bahn kostenlos zu machen, wird über die moralische Verkommenheit von Billigfliegern lamentiert.

Das wollen wir uns nicht mehr erzählen lassen.

Natürlich ist es gut bspw. weniger Fleisch zu essen, nicht jedes Jahr ein neues Smartphone zu kaufen oder mehr Fahrrad zu fahren, aber individuelle Konsumentscheidungen werden die Klimakrise nicht lösen. Dabei wird nämlich die Wurzel des Problems ignoriert: Der Zwang zu Profiten.

Greta Thunberg sagt: “Wenn Lösungen in diesem System so schwer zu finden sind, dann sollten wir vielleicht das System ändern.” Und sie hat Recht. Wenn wir die Klimakrise noch in den Griff kriegen wollen, dann müssen wir denen, die davon profitieren, unsere Umwelt zu zerstören, die Kontrolle über die Wirtschaft entreißen: den großen Banken und Konzernen.

Wir brauchen eine Wirtschaft, die nicht von einigen Wenigen, sondern von uns allen kontrolliert wird. Das ist möglich – wenn wir uns zusammenschließen. Denn der größte Teil der Menschheit hat kein Interesse an der profitgetriebenen Klimazerstörung.

Gemeinsam haben wir die Kraft, dieses System zu beenden. Am Freitag, den 29.11.2019, werden wir deshalb einen antikapitalistischen Abschnitt auf dem Global Strike bilden. Schließt euch uns an! Wir treffen uns um 11.30 Uhr vor dem NS-Dokuzentrum.

Dresscode: bunt, laut und kämpferisch

Streike gegen EIKE! – Klimaleugner*innen einheizen!

Am Freitag, den 22.11., und Samstag, den 23.11., findet im NH-Hotel München Ost die 13. Konferenz des rechten „Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE)“ statt.

Auf ihrer Website schreiben sie, dass sie „(den) menschengemachten Klimawandel als naturwissenschaftlich nicht begründbar und daher als Schwindel gegenüber der Bevölkerung ansehen“. Daraus folgern sie, dass „Regierungen, Parteien, Klimainstitute, ideologische NGOs“ daran arbeiten „Wirtschaft und Bevölkerung zu bevormunden und das Volk durch Abgaben zu belasten.“

Das rechte, AfD-nahe Institut arbeitet pseudowissenschaftlich und verschiebt den gesellschaftlichen Diskurs, indem sie Wirtschaft und Politik signalisieren die Umwelt weiterhin verpesten zu können. Wichtige Posten innerhalb des Vereins sind außerdem von AfD und CDU Politiker*innen besetzt. Die Forderungen der AfD bezüglich der Klimapolitik sind mit denen von EIKE größtenteils identisch.

Unschwer zu erraten, dass sie seit einiger Zeit auch massiv gegen „Fridays for Future“ und andere Akteur*innen der Klimaschutzbewegung hetzen und versuchen diese zu untergraben.

Wir wollen und können das nicht länger hinnehmen! Kein Raum für rechte Klimaleugner*innen!

Denn ein wirkungsvoller Klimaschutz erfordert neben dem Kampf gegen den Klimawandel und seine Verursacher*innen auch den entschlossenen Kampf gegen rechte Organisationen und die AfD!

Schließt euch uns an!